Aufziehender Tornado

Foto: J Byers auf Pixabay

Wie entsteht ein Tornado?

"Ein schnell rotierender Luftwirbel, der von der Unterseite einer Wolke bis zum Erdboden reicht und am unteren Ende alles mitreißt."
— Alfred Wegener, 1917

Ein Tornado ist einer der gewaltigsten Wirbelstürme unserer Erde. Er entsteht oft als sichtbarer Trichter (Rüssel), der aus einer Gewitterwolke bis zum Boden herabreicht. Wichtig dabei: Erst wenn der Wirbel den Boden tatsächlich berührt, spricht man meteorologisch von einem Tornado.

Die zwei Hauptzutaten:

  • Labile Schichtung: Feuchtwarme Luft am Boden und extrem kalte, trockene Luft in der Höhe stapeln sich übereinander. Die warme Luft will wie ein Heißluftballon nach oben schießen.
  • Vertikale Windscherung: Der Wind ändert mit zunehmender Höhe sowohl seine Richtung als auch seine Geschwindigkeit. Dies versetzt die aufsteigende Luft in Rotation.

Verbreitung: Nicht nur in den USA

Obwohl die berühmte "Tornado Alley" in den USA (Texas, Oklahoma, Kansas) jährlich bis zu 1700 Tornados verzeichnet, ist das Phänomen in Europa keineswegs unbekannt. In Deutschland werden jährlich etwa 30 bis 60 Fälle bestätigt, wobei die Dunkelziffer durch unbewohntes Gebiet deutlich höher liegen könnte. Berüchtigte Fälle wie in Pforzheim oder Viersen zeigen, dass auch hierzulande massive Schäden möglich sind.

Tornadoschäden

Schäden durch Tornados | Foto: PublicDomainPictures

Wie stark sind Tornados? (Fujita-Skala)

StufeWindtempoTypische Schäden
F063-117 km/hLeichte Schäden: Abgebrochene Äste, kleine Bäume entwurzelt.
F1118-180 km/hModerate Schäden: Dachziegel fliegen weg, Wohnmobile kippen.
F2181-253 km/hErhebliche Schäden: Ganze Dächer werden abgedeckt.
F3254-332 km/hSchwere Schäden: Autos heben ab, Wälder werden niedergemäht.
F4333-418 km/hVerheerend: Ganze Häuser werden verschoben oder zerlegt.
F5419-512 km/hUnglaublich: Häuser werden vom Fundament gerissen, Asphalt abgetragen.

Mythos "Windhose"

Es gibt keinen physikalischen Unterschied. "Windhose" ist lediglich eine sprachliche Verharmlosung im deutschen Raum. Meteorologisch gesehen handelt es sich immer um einen Tornado. Auch die Annahme, US-Tornados seien grundsätzlich stärker, ist falsch – auch in Europa treten verheerende Wirbelstürme auf.

Vorhersagbarkeit

Eine exakte Punkt-Vorhersage ist bis heute unmöglich. Meteorologen können lediglich Gebiete eingrenzen, in denen das Risiko erhöht ist. In den USA warnen Sirenen und TV-Unterbrechungen die Bevölkerung; in Deutschland ist dieses Warnsystem aktuell noch deutlich weniger spezifisch auf Tornados ausgerichtet.