Polarlicht Vorhersage heute in Deutschland
KP-Index, Sonnensturm & Live-Daten
Wie entstehen Polarlichter?
Polarlichter (Aurora Borealis im Norden, Aurora Australis im Süden) entstehen durch geladene Teilchen der Sonne, die mit der Erdatmosphäre kollidieren. Diese Sonnenstürme werden von unserem Magnetfeld eingefangen und erzeugen die beeindruckenden, tanzenden Lichter am Himmel.
Die besten Chancen auf Polarlichter hast du bei:
- Geringe Luftverschmutzung abseits von großen Städten oder Ballungszentren
- Geringe Bewölkung (unter 20 %)
- Hoher KP-Index (über 5)
- Hohe NEGATIVE Bz-Werte (kleiner -4)
- Hohe Sonnenwindgeschwindigkeiten (über 500 km/h)
Live-Daten
Polaricht-Infos
Bz (Nord-Süd-Ausrichtung)
Der Bz-Wert beschreibt die nord-südliche Komponente des interplanetaren Magnetfelds (IMF). Ein NEGATIVER Bz-Wert (nach Süden gerichtet) ist der wichtigste Faktor: er ermöglicht die Kopplung mit dem Erdmagnetfeld und erhöht die Polarlicht-Chance stark.
- Negativ (z.B. -5 nT): Sehr gut für Aurora-Aktivität.
- Positiv (z.B. +5 nT): Schlecht für Aurora-Aktivität.
Bt (Gesamtstärke)
Der Bt-Wert gibt die Gesamtstärke des interplanetaren Magnetfelds an. Je höher Bt ist, desto mehr Energie ist im System. Ein hoher Bt-Wert (über 10 nT) verstärkt die Wirkung eines negativen Bz-Wertes.
- Hoch (z.B. über 10 nT): Verstärkt die Polarlicht-Aktivität.
- Niedrig (z.B. unter 5 nT): Wenig Einfluss.
KP-Index
Der Kp-Index misst die geomagnetische Aktivität. Höhere Werte bedeuten stärkere Störungen und höhere Sichtbarkeitschancen.
- Kp 0-3: Ruhig / Geringe Aktivität
- Kp 4-5: Aktiv / Wahrscheinlichkeit steigt
- Kp 6-7: Stark / Mittlere Breitengrade
- Kp 8-9: Großer Sturm / Selten, hohe Sichtbarkeit
Sonnenwinddichte
Die Sonnenwinddichte beschreibt, wie viele geladene Teilchen (hauptsächlich Protonen) pro Kubikzentimeter den Sonnenwind ausmachen. Sie ist ein entscheidender Parameter für die Einschätzung geomagnetischer Reaktionen, da eine hohe Dichte den Druck auf die Magnetosphäre erhöht. Besonders in Kombination mit hoher Geschwindigkeit und negativem Bz kann erhöhte Dichte geomagnetische Aktivität deutlich verstärken.
Der ideale Beobachtungsstandort
Um Polarlichter in Deutschland zu sehen, ist die Wahl des Standorts entscheidend. Am wichtigsten sind geringe Lichtverschmutzung und eine freie Sicht nach Norden.
- Lichtverschmutzung reduzieren: Nutze die Lichtverschmutzungskarte, um abgelegene Gebiete zu finden.
- Blickrichtung Norden: Wähle einen Standort ohne Bäume, Berge oder Gebäude im Norden.
- Empfohlen in DE: Nordseeküste, Ostseeküste, Mecklenburgische Seenplatte, Harz.
Live-Webcams
Live-Kameras aus Nordeuropa und Deutschland. Ein schneller Blick, um die tatsächlichen Bedingungen zu prüfen!
FAQ zu Polarlichtern in Deutschland
Polarlichter sind in Deutschland bei starker Sonnenaktivität sichtbar, wenn geladene Teilchen des Sonnenwinds auf das Erdmagnetfeld treffen. Entscheidend sind ein hoher KP-Index, klarer Himmel und möglichst geringe Lichtverschmutzung.
Im Norden Deutschlands sind Polarlichter teils ab KP 4 sichtbar. In der Mitte und im Süden meist erst ab KP 5 bis 6. Für intensive und gut sichtbare Erscheinungen ist häufig ein KP-Index von 6 oder höher erforderlich.
Die besten Chancen bestehen in der Regel zwischen 22:00 und 02:00 Uhr. Besonders um Mitternacht ist die geomagnetische Aktivität häufig am stärksten.
Die höchsten Chancen gibt es in Norddeutschland, insbesondere an Küstenregionen mit freiem Nordhorizont. Generell gilt: Je dunkler der Standort und je geringer die Lichtverschmutzung, desto besser die Sichtbarkeit.
Die beste Zeit liegt zwischen September und März. In den Herbst- und Wintermonaten sind die Nächte länger und dunkler, was die Beobachtung erleichtert.
Empfohlen wird eine Kamera mit manuellen Einstellungen, ISO 800–3200, eine Belichtungszeit von 5–20 Sekunden und ein stabiles Stativ. Ein Weitwinkelobjektiv mit großer Blende (z. B. f/2.8) verbessert die Ergebnisse deutlich.
Die Farben entstehen durch Wechselwirkungen zwischen Sonnenwindteilchen und Gasen in der Atmosphäre. Grünes Licht entsteht meist durch Sauerstoff in etwa 100–150 km Höhe. Rote Polarlichter entstehen durch Sauerstoff in größeren Höhen über 200 km. Blaue und violette Farben werden durch Stickstoff verursacht.
Die aktuelle Wahrscheinlichkeit hängt vom KP-Index, der Sonnenwindgeschwindigkeit und der Bewölkung ab. Auf unserer Seite findest du eine tagesaktuelle Einschätzung inklusive Prognose für die Nacht.
Ob heute Polarlichter sichtbar sind, hängt von der aktuellen geomagnetischen Aktivität ab. Bei KP 5 oder höher bestehen gute Chancen – vorausgesetzt der Himmel ist klar.
Ja, aber nur bei sehr starker geomagnetischer Aktivität. In Bayern und Baden-Württemberg sind meist KP-Werte ab 6 oder 7 notwendig.
Bei starker Aktivität sind Polarlichter mit bloßem Auge sichtbar. Oft erscheinen sie dann als grünlicher oder rötlicher Schimmer am Nordhorizont. Kameras machen die Farben jedoch deutlich intensiver sichtbar.
Polarlichter entstehen, wenn ein Sonnensturm geladene Teilchen Richtung Erde schleudert. Treffen diese auf das Erdmagnetfeld, entsteht geomagnetische Aktivität – sichtbar als Polarlicht.
Je nach Geschwindigkeit des Sonnenwinds erreichen die Teilchen die Erde nach etwa 1 bis 3 Tagen. Danach kann es zu Polarlichtern kommen.
Der KP-Index misst die geomagnetische Aktivität auf einer Skala von 0 bis 9. Je höher der Wert, desto stärker ist die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter in mittleren Breiten wie Deutschland.
Ja. Selbst bei hoher geomagnetischer Aktivität sind Polarlichter nur sichtbar, wenn der Himmel klar oder nur gering bewölkt ist.
